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Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft 6³
  2016/2017

Das Finale in Wiesbaden-Niedernhausen

15. bis 17. Juni 2017

Turnierinformationen:

Rangliste:

Gruppe A · Gruppe B · Gruppe C · Gruppe D · Gruppe E · Gruppe F · DPEM

Teilnehmer:

Gruppe A · Gruppe B · Gruppe C · Gruppe D · Gruppe E · Gruppe F · DPEM

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Spielort:

H+ Hotel Wiesbaden Niedernhausen

Zeitplan:

Mittwoch  14.06.2017  persönliche Registrierung  19:00 - 20:00 Uhr
Donnerstag  15.06.2017  persönliche Registrierung  bis 09:30 Uhr
  1. Runde ab 10:00 Uhr
  2. Runde ab 16:00 Uhr
 
Freitag 16.06.2017 3. Runde ab 10:00 Uhr
  4. Runde ab 16:00 Uhr
 
Samstag 17.06.2017 5. Runde ab 10:00 Uhr
  Siegerehrung ab 18:00 Uhr

Ralf Mulde berichtet aus Wiesbaden-Niedernhausen

Hier ist was los!

Teilnehmer: 179 Herren, 29 Damen jeweils jeglichen Alters,

also 208 Finalisten

Ältester Spieler: Wieder einmal, Hubert Walkewitz aus Niemegk, geb. 1934, den wir herzlich begrüßen!

Jüngster Spieler: Nur um wenige Tage vor dem Hamburger Bahne Fuhrmann ist Matteo Metzdorf, SG Trier, geb. 2007, der jüngste Spieler im Saal.

Kleiner Hinweis: Unter den Jüngsten stehen auch Margrethe Wagner, Erfurt, 2006 und Jeremy Hommer, Lüneburg, 2006, ebenso wie Jon Englert, Großostheim, 2004 und Ruben Gideon Köllner, Bochum, 2004. Alle diese Kinder und noch einige mehr haben erst vor wenigen Stunden ihre schwierigen Partien in der Deutschen Jugend-Einzel beendet - wenn gerade mal jemand von "Turnierhärte" spricht, sollte das als Beispiel mitschwingen.

Gruppenzahl: 6 + Frauensonderwertung + Dähne-Pokal

Spaßfaktor: 1AAA

Temperatur: 20°C (10:00 h), heute noch evtl. 28°C,

Eindruck vom Spielsaal
 

aber: Hagel-Unwetter, Starkregen (nicht im Inneren des Hotels!), Sturmböen bis in die Nacht möglich [wetter.com], also: weiter im Hotel Schach spielen! Oder im Pool schwimmen, in der Therme schwitzen, im Restaurant schlemmen, ... alles geht, nichts muss.

Zur Eröffnung der wie immer "zum Uhrenstellen pünktlichen" Veranstaltung richtete nach der Begrüßung durch Turnierdirektor Dr. Dirk Jordan der zu uns geeilte Bürgermeister der Stadt Niedernhausen Joachim Reimann ein schachkundiges Grußwort an die erwartungsvollen Spieler. Er begrüßte uns herzlich in seiner Stadt, die größer ist und mehr zum Anschauen zu bieten hat als man sich zuerst denken mag. Der Bürgermeister eröffnet mit dem ersten Zug das Finale, bedauert aber das "arme Schwein", dessen Partie er dadurch "versaut".

Thorsten Ostermeier ist Präsident des Hessischen Schachverbandes und war so freundlich, uns namens des Verbandes zu begrüßen. Er tut das mit einer freundlichen Verlässlichkeit, die einfach nur zu bewundern ist und jedem ein angenehmes Gefühl vermittelt. Das gilt natürlich auch für Hoteldirektor Christian Hoebbel, der es schaffte, die Vielzahl der tollen Angebote seines Hauses in sein heiteres "Guten Morgen, meine Damen und Herren" zu packen - wer nicht ganz mitgekommen sein sollte, möge die sehr freundlichen Fachkräfte an der Reception, des Pulsschlags jeden Hotels, erfragen. Weil die DSAM natürlich Teil des Deutschen Schachbundes ist und dort wiederum Kern des Referats Breitenschach (in Hamburg: Brrraidenschach) ist der frisch wiedergewählte DSB-Referent Hugo Schulz "unser Mann" und eigentlich "chef de mission". Weil das allein einen Schulz nicht auslasten kann, ist er in der DSAM (und in der Schachbundesliga) zugleich als Schiedsrichter unterwegs. Das nur, weil er Dergleichen in seiner freundlichen Begrüßung gewohnt bescheiden weggelassen hat.

+ + +

Natürlich nehmen wir auch voller Freude wahr, was rund um die DSAM geschieht - und das war gerade in den letzten Tagen nicht wenig! Die kecke Jana Schneider (mit Elo 2270 die Spitzenkraft der Spvgg 1946 Stetten) wagte sich bei der Deutschen Jugendeinzel (3.-10.6.2017) zu den Jungs der U.18, spielte dort weit erfolgreicher als mancher es erwartet hatte, allerdings nicht ganz so stark wie es ihren eigenen Blütenträumen entsprach - man lese ihren tollen Bericht im Schachticker: http://www.schach-ticker.de/

 Jana Schneider

Und nun ist sie, Fro'in Schneider, die Deutsche Damenmeisterin, auch schon wieder in das ... tuuuut !!! ... Traumschiff des Deutschland-Schachs eingestiegen - die DSAM nimmt wieder finale Fahrt auf! Die Schachspieler sind im H+ Hotel Niedernhausen sicher vor Anker gegangen, einige feiern im Finale der DSAM (6 Leistungsgruppen), deren Kollegen tanzen im gleichen Ballsaal im Finale des Dähne-Pokals.

Gar nicht weit von hier findet das 20. Rhein-Main-Open in Bad Homburg mit gut 240 Teilnehmern statt, die bekanntesten darunter sind die GM Kunin, Khenkin und Milov. Wenn wir einmal die Listen durchkurbeln, finden wir eine Menge Spieler, denen wir auch schon auf dem DSAM-Siegertreppchen um den Hals fallen durften - zum Beispiel Siegmund Kolthoff, Alex Browning und Volker Doc Gassmann. 

http://www.rhein-main-open.de/chronik/2017/rmo_frameset.php

Das ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass das deutsche Amateurschach blüht. Wir sind froh, ein Teil davon zu sein. Und wenn wir jetzt noch einen hübscheren Namen als "Amateurschach" oder "Breitenschach" für jene Region fänden, die immerhin so ungefähr bei der oft schon semiprofessionellen Oberliga losgeht (Rating unter Zwodrei), wäre schon wieder etwas erreicht.

Und jetzt zeigt mal, was Ihr könnt! Na los ...!

Ehrungen bei der DSAM

"Orden sind mir wurscht, aber haben will ich sie"

- Johannes Brahms, acht Uhr ahms, (1833 - 1897) -

Peter Neumann (DWZ 1326, Godesberg, also Bonn) hat in der ersten Runde der Gruppe E (herrjeh, das war ja noch gottfrüh!) gewonnen und zwar gegen Hans-Peter Frienen aus Brühl. Und weil der Name Neumann im DSB einen guten Klang hat, hatte unser DSAM-Finalist in der zweiten Runde spielfrei. Oder war es, weil der Peter Neumann heute Geburtstag hat? Alle Welt gratulierte ihm, aber weil ja nicht alle spielfrei haben, blieb für wirklich orgienhafte Glückwunsch-Runden einfach keine Zeit. Das spart ja enorm.

Der Ehrungen war damit lange nicht genug. Für seinen Geburtstag kann man ja nichts (dagegen auch nicht), aber für spielerische Erfolge schon. Wir haben nämlich frisch gebackene Deutsche Meister unter oder vielmehr neben uns! Lara Schulze und Frederik Svane haben die gerade erst ein paar Tage zurück liegende Deutsche Jugend-Einzel gemeistert und zwar als jeweils landesweit Beste ihres Fachs. "Deutscher Meister U14 ist nach seinem heutigen Sieg Frederik Svane (Lübecker SV, S-H). Er startete von Setzlistenplatz 1 und erreichte 7 Punkte" und weiter ging's mit "Lara Schulze (Sk Lehrte, Niedersachsen) gewinnt die U16w. Vor der letzten Runde hat sie 1,5 Punkte Vorsprung auf Platz 2."

Die Spieler und Spielerinnen des Jahres 2016

Damit noch immer nicht genug. Ehrend herausgestellt wurden in der DSAM auch die in der Deutschen Schachjugend zum Spieler/in des Jahres 2016 gewählten FM Jana Schneider (U14w) und WFM Fiona Sieber (U20w). Die beiden anderen Preisträger sind ... nunja, wie bringe ich Dir das jetzt schonend bei ... also, frei heraus, Vincent Keymer (U14m), GM Matthias Blübaum (U20m) sind mit ihren zentnerschweren zählenden Ratings inzwischen schlicht zu gut für die DSAM. Spielst halt ein bissschen weiter und schon ist das auch bei Dir so.

Wochenende- das heißt Schachturnier

Für Schachturniere bietet sich - wegen der ja irgendwie störenden beruflichen Tätigkeit aller Beteiligten - unter Amateuren naturgemäß der Feierabend oder, als zusammenhängender Block, das Wochenende an. Mehr als 53 sind davon aber jährlich nicht zu haben.

Im alten Königreich Kongo (14.-18.Jh) benutzte man - natürlich genau deshalb - einen auf der Vier-Tage-Woche fußenden Kalender, also einen mit reichlich Wochenenden. Das machen wir jetzt auch! Der Monat hatte dort 7 Wochen und das Jahr umfasste 13 Monate plus 1 Tag. Klingt verwirrend, aber erstens gewöhnt man sich dran und zweitens, man bedenke: Die Wochenenden ...! Allerdings ist mir nicht ganz klar, ob im Kongo Sa/So überhaupt die Arbeit ruhte, was ja Wesen des "Saturday Night Fever" ist. Das ist sogar zu bezweifeln, denn die Bantu sind noch heute mehrheitlich stolze Rinderzüchter und das Viehzeug kennt bekanntlich keinen Feierabend.

Wir auch nicht, wie man sieht. A propos Wochenende: Wir dürfen davon ausgehen, dass in Deutschland auch Ende des 19.Jh in der sog. "Gründerzeit" das Wochenende in Teilen arbeitsfrei gehalten wurde - und genau deshalb die beste Zeit für Schachturniere, Theater- und Ballettbesuche oder Ausflüge war.

Und in genau diesen Zusammenhang passt ein Spieler, der heute wohl FM oder IM wäre und zwar der einzige, der zugleich professioneller Ballett-Tänzer war: Max Harmonist, ein wunderbar passender Nachname für seine Berufung. In vielen Publikationen wird als Beruf lediglich "professioneller Tänzer" angegeben, was ja auch auf einen leicht anrüchigen Gigolo-Eintänzer hätte deuten können.

Max Harmonist

Hier sozusagen gleich nebenan spielte der schon 43jährig verstorbene Harmonist (10-Feb 1864 bis 16-Okt-1907) seine bekannteste Partie gegen den für weit überlegen gehaltenen Deutschen Emil Schallopp (1843-1919)

[Event "Meisterturnier"]

[Site "Frankfurt am Main"]

[Date "1887.07.18"]

[EventDate "1887.07.18"]

[Round "1"]

[Result "0-1"]

[White "Schallopp, Emil"]

[Black "Harmonist, Max"]

[ECO "C69"]

 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Bxc6 dxc6 5.O-O Qf6 6.d4 exd4 7.e5 Qg6 8.Nxd4 Bh3 9.Qf3 Bg4 10.Qg3 O-O-O 11.c3 Bc5 12.Be3 Ne7 13.h3 Bxd4 14.Bxd4 h5 15.hxg4 hxg4 16.f3 Qd3 17.Qxg4+ Nf5 18.Na3 Rxd4 19.cxd4 Rh4 20.Qg5 Qxd4+ 21.Rf2 Qxe5 22.f4 Qe4 23.Nc2 f6 24.Qg6 Rh6 25.Qf7 b6 26.Re1 Ng3 27.Qe8+ Kb7 28.Rfe2 Rh1+ 0-1

 

Ein weiblicher Kaffeehaus-Link

Sympathisch und informativ kommt sie daher, die Webseite aus Österreich, die sich ausschließlich um Frauenschach bzw. Frauen und Schach kümmert: "Frau Schach. Die Webseite für schachinteressierte Frauen". Und auf der ersten Seite: "Schach für Frauen im Wiener Kaffeehaus". Egal welche Spielstärke du hast, du bist herzlich willkommen! ...

"Frau Schach" setzt im männerdominierten Schach ganz bewusst einen Kontrapunkt. Bei uns dürfen nur Frauen mitspielen. ... Wir freuen uns sehr, im Café Schopenhauer (Staudgasse 1 / Ecke Schopenhauerstraße im 18. Bezirk, gegenüber vom Evangelischen Krankenhaus) eine wunderbare Bleibe gefunden zu haben. Der Schachclub "Frau Schach" trifft sich einmal im Monat. Los geht es wie immer um 17 Uhr. Unsere Obfrau ist nur einen Anruf oder E-Mail entfernt:

Dagmar Jenner, 0664/215 46 88, dagmar@frau-schach.at 

http://www.frau-schach.at/

Nebenbei: Es gab 1904 eine ganze Zeitschrift "Damenschach". Als Kerl hattest Du da gar keine Chance auf Berücksichtigung. Die waren damals ganz weit vorne, denn erst zwei Jahre später durften erstmals überhaupt Frauen mit vollem Stimmrecht wählen gehen (in Finnland - und da gibt es weite Wege!), von tausend anderen Details mangelnder Anerkennung ganz zu schweigen. Bertha von Suttner erhielt 1905 den Friedens-Nobelpreis - eine Ausnahme.

So gesehen, war das deutsche Schach tatsächlich einmal ein Leuchtturm der Moderne. Allerdings wurde die Zeitschrift anscheinend nicht länger als eben 1904 aufgelegt, Tarrasch & Co lebten ja noch ... Erst heute wieder erkämpfen sich die Damen - auch und gerade in der DSAM - den Platz im Schach zurück, der ihnen zusteht.

 

Duell in der Sonne

Bei den Damen ergab sich am Brett 12 die reizvolle Paarung WGM Barbara Hund - WFM Fiona Sieber. Die 1959 im hessischen (!) Darmstadt geborene Schweizerin Barbara Hund ist Teil "der" deutschen Schachfamilie, wurde 1993 Schweizer Meisterin, errang und erzwang mit ihrem Team die Bronzemadaille bei der 32.Schacholympiade in Yerewan 1996 und griff 1981 und 1984 in den Kampf um die Damen-Weltmeisterschaft ein. Auf youtube gibt es einen netten Beitrag über sie:

https://www.youtube.com/watch?v=lnfZAZkkQeM

Fiona Sieber

Fiona Sieber

Wer genauer guckt (und wer täte das nicht?), entdeckt in der langen Bildergalerie hinter ihr neben anderen Barbara Hunds Tochter Sarah, die ja hier in Final-Niedernhausen mitspielt.

Einfach weniger Lebenszeit zur Anhäufung mancher Ehren hatte die erst im Jahr 2000 geborene Fiona Sieber, die seither aber nicht "nur" schon U16-Europameisterin wurde, sondern auch in der Altersgruppe der U18 bereits wieder unter den besten 8 Spielerinnen der Welt steht! (kleiner haben wir's hier nicht). In der Bundesliga ließ die Göttingerin aus Gründen des Tarnen, Tricksen und Täuschens zuletzt keinen ganz einheitlichen Ergebnis-Trend erkennen:

http://schachbundesliga.de/spieler/4727/522

Wir haben es beim Schach nun mal mit Sport zu tun. Da geht's nicht immer nur in eine Richtung, wäre ja auch langweilig. Ein tolles Interview der Deutschen Schachjugend bringt uns einiges näher:

https://www.deutsche-schachjugend.de/nc/news/2016/09/fione-siebert-ist-europameisterin-u16/

Die Partie zwischen Erfahrung und Jugend endete zugunsten der Jugend!

Der Dreißigtausendste

30.000 Teilnehmer bei der DSAM

Sturm. Einige winken ab. Schon gestern überstanden. Viele Bäume stehen noch. Gemeint ist aber Frank Sturm von der Germania Cadenberge, der bei uns mitten drin in der C-Klasse spielt. Was mag mit ihm sein? Spieler des Tages? Preisgekrönte Frisur? Derjenige, der die meisten Bücher an dem tollen Schachstand im Foyer kaufte?

Damit hat es ein ganz klein wenig zu tun. Denn Frank Sturm ist der dreißigtausendste Teilnehmer der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft DSAM!!!

"Offen gesagt, hätten wir damals nie gedacht, dass diese Turnierserie so lange und immer weiter erfolgreich existieren könnte", sagte Turnierdirektor Dr. Dirk Jordan. "Einige Male zu Beginn, bei uns ungünstig erscheinenden Terminen, befürchteten wir schon, mit dem Team und einer Handvoll Spieler ganz unter uns zu bleiben, aber das Gegenteil ist eingetreten. Die DSAM ist dann all der netten Spieler das bei weitem größte und erfolgreichste Turnier, das der Deutsche Schachbund je aufgelegt hat."

Und nun also der Dreißigtausendste. Mit diesem Frank Sturm, da war doch mal was? Genau! Im Februar dieses Jahres https://www.dsam-cup.de/bruehl/ haben wir Johanna und Frank Sturm schon einmal fotografiert und schrieben

Frank Sturm

'Cadenberge nimmt seit "Jahr und Tag" als Spielgemeinschaft "mit zwei Mannschaften unter der Bezeichnung „Schachgruppe (SG Niederelbe“) am Punktspielbetrieb teil". Weil das Ganze geographisch ziemlich randständig ist, sind die Anfahrten in der Verbandsliga Nord dorthin (grundsätzlich bei Nebel, Eis, Schnee etc.) gefürchtet.' Und weil es von Cadenberge nach xy gewiss ebenso weit ist wie in diese, nunja, Stadt, begrüßen wir unseren Schachfreund umso mehr in unserem schnuckeligen Kleinturnier - einer von 30.000. Unfassbar.

 

Halbzeit

Nach der dritten Runde ziehen wir gerne ein erstes kleines Zwischenfazit. Einige Hoffnungen dieses oder jenes Brettathleten wurden vielleicht nicht erfüllt, erstens wenn der Pudding beim Buffet unvermutet aus war und zweitens falls die Punkte in der Tabelle weniger Platz als geplant einnahmen. Bei den Glücklicheren war es andersrum; die kamen früh genug am Buffet zum Zug.

In der Gruppe F (wie: Finale) gibt es niemanden mehr, der oder die noh 100% kontierte, dafür aber acht Spieler, die 2,5 Punkte errangen. Man durfte ja hoffen, dass es spannend werden würde und so ist es nun auch. Zwei Damen sind in dieser Gruppe der 83%igen (eben 2,5 aus 3) enthalten, nämlich Sandra Schmidt (Wittstock, das liegt in Brandenburg. Landkreis Ostprignitz-Ruppin - falls Du mal vorbeigucken möchtest, hat 34 Einwohner. Also, per Quadratkilometer) und Anke Schönfeld (Niederwiesa - und das liegt in Sachsen und hat ein Schloss, ätsch!, und wer von dort immer geradeaus nach Westen geht, gelangt nach Chemnitz).

Pascal Besancon

Pascal Besancon

In der Gruppe E haben wir einen einzigen, der so geizig war, noch nicht einmal einen halben Punkta abzugeben. Schach verdirbt eben den Charakter. Es handelt sich um Pascal Besancon und über den gibt's gleich noch ein, zwei Zeilen mehr zu lesen, wart's nur ab! Ihm folgen tabellarisch fünf Spieler mit 2,5 Punkten. Sobald Ihr die Lage etwas klarer gestaltet habt, schreiben wir wieder drüber.

In der Gruppe D haben wir Heilbronn, Sasel (bei Hamburg), Trier. Ganz vorne. Die Spieler dazu sind Daniel Behringer, Jürgen Grötzbach und der Jüngste überhaupt, nämlich Matteo Metzdorf. Alle die haben drei Punkte. Jeder. Nicht alle je einen. Erwähnte ich schon, dass das 100% sind, wir hier ein deutsches Finale spielen und dass Klein-Matteo erst 2007 geboren wurde? Erstmal einen Kaffee ... 

In der Gruppe C sind noch zwei schachliche Recken mit 100% auf der Sonnenallee. Nein, nicht Leander Haußmann, der den gleichnamigen Film Ende der 90er realisierte, sondern zwei Hessen. Die haben aber trotzdem je zwei Punkte. Nämlich Volker Dreis (Frankfurt Nord) und Radu Liviu Muntean (Bad Soden ... waren wir nicht gerade erst dort?). Knapp dahinter lauern mit 2,5 bzw. 2,0 pt einige Nachwuchs-Hoffnungen, die erst vor einigen Tagen schon einige richtig anstrengende Runden der Deutschen Jugend-Einzel gespielt haben, nämlich Jeremy Hommer, Tobias Röhr und Aaron Noah Köllner. Nicht mehr beim Jugendturnier war Arno Bieger, 1965 geboren, der hat aber auch 2,5 Punkte. Man muss nicht Shawn Mendes & Kollegen toll finden, um in der DSAM gewinnen zu dürfen!

Wie das bei den mit 3,0 Pkt. (Du weißt schon Bescheid : 100%) beiden Führenden der Gruppe B ist, haben wir sie noch nicht gefragt, immerhin sind's ja auch recht junge Zeitgenossen. Wer sagt da: "ja, war ich auch mal ..."? Der eine ist Frederik Svane. Als "der" Lübecker schlechthin, Thomas Mann, 1901 seine "Buddenbrooks" veröffentlichte, war Frederiks Schachverein der Lübecker SV schon seit 28 Jahren in der Marzipanstadt am Brett zugange. Da machte der alte Konsul Buddenbrook ja fast noch seine Geschäfte! Aber wir schwofen ab. Jana Schneider ist eine sympathische, freundliche junge Dame, aber mit ihr Schach zu spielen, kann offenbar deprimierend sein. Versucht's halt mit Skat oder Tischtennis, wenn sie mag. So wie Frederik Svane hat die Deutsche Damenmeisterin drei Pluspunkte auf dem Konto gestapelt, 100%, eine runde Angelegenheit.

Hubert Walkewitz

Hubert Walkewitz

Alle zu erwähnen, die momentan danach rangieren, könnte für die Bevölkerung verwirrend sein, aber genannt sein muss doch ER: Hubert "Walker" Walkewitz, der älteste Spieler, den wir für dieses Turnier auftreiben konnten, zeigt in der Gruppe B diesen jungen Hüpfern, was eine Harke oder wohl eher was ein Springer ist: Als Siebter mit 2,0 Punkten gleichauf mit dem Sechsten und Chancen "nach oben": Respekt!

In der diamantbehangenen A-Gruppe, wo die Sessel samtgepolstert sind, jeder Spieler seinen persönlichen Butler erhält, ... also in diesem Traumland gibt es zwei, die bisher alles gewonnen haben! Du kriegst es ja doch raus, also sagen wir es Dir gleich: Es handelt sich um Derek Gaede, Hamburger SK und um Matthias Tonndorf, nicht Hamburger SK. Ach so, das reicht Dir noch nicht: Er ist Caissas Jünger in der "Bibliotheksstadt" Wolfenbüttel, wo einem Lessing auf Schritt und Tritt begegnet. Lediglich zwei weitere Wettkämpfer haben direkt im Anschluss in der Tabelle eingeparkt, nämlich mit je 2,5 pt. David Färber aus Walldorf und Prof. Dr. Friedbert Pflüger aus Engelsdorf (Leipzig).

Und nun wie angekündigt zu einem Spieler, der uns schon vor dieser Runde auffiel und der jetzt mit seinen 100% natürlich doppelt interessant ist: Pascal Besancon. Er wurde 2002 geboren, spielt im ostthüringischen Schachklub Weida und erreichte 2017, also sozusagen gestern, bei der DSAM in Hamburg-Bergedorf (4,0 pt.) und der Thüringer Einzel mit 4,5/7 herausragende Ergebnisse. Davor lag die Ostthür. Mannsch.-Mst. U16 2015/2016 mit großartigen 7/9 und aktuell stehen in der laufenden Landesklasse Ost 2/2 zu Buche.

Sogar schon in das von Weida / Ostthüringen nicht gerade nah gelegene Aurich / Ostfriesland zog es Pascal, um dort mit seiner Schule die Deutschen Mannschaftsmeister seiner Jahrgänge auszuspielen. Heraus kam zwar kein Ergebnis, von dem man noch in vielen Jahren erzählen wird, aber gerade das sind wegen des ganzen Drumrums die Wettbewerbe, die tolle Erinnerungen im Spieler prägen. Seiner Schule, dem Dörffel-Gymnasium, ist das einige Aufmerksamkeit wert: "Nach einer überaus erfolgreichen Thüringen-meisterschaft im Schulschach qualifizierten sich Pascal Besancon, Marek Frank, Luca Franke und Karl Conrad für die Deutsche Meisterschaft in Aurich. Pascal und katapultierte sich dort im weltweiten Ranking der U16 auf Platz 3608. Jeder angehende Schachspieler weiß, dass ein Erfolg ausschließlich von gezielter Spieltaktik und damit auch von einer von Schnelligkeit geprägten Kombinations- und Entscheidungsgabe abhängt."

http://www.deutsche-schachjugend.de/2017/dsm-wk-3/georg-samuel-doerffel-gymnasium-weida/

Als ich mich ein wenig mit Pascals Ergebnissen beschäftigte, stieß ich auf die Homepage des ESV Gera, die "Schach auf dem Galgenberg" spielen, daher die "Geraer Galgenvögel". Die Seite ist wirklich gut gelungen:

http://www.galgenvoegel.de/index.php?catid=2

von den Geraer Galgenvögeln

Ob Du das Scherz-Rätsel auf deren Homepage knacken kannst?

 

Zwischen Frühstück und Ehrung: Die letzte Runde

Wir legen uns, völlig unauffällig mit rosa Taucherbrille und Pelzmantel getarnt, neben den Brettern auf die Lauer und schauen zu, was geschieht. Manches werden wir vielleicht verstehen.

Da gibt es die A-Partie Färber (3,0) - Gaede (3,5). Derek Gaede hat ebenso wie der neben ihm spielende Matthias Tonndorf schöne 3,5 Punkte. Dahinter David Färber, Bernd Laubsch und Prof. Pflüger mit je 3,0. Im Falle eines Remis am ersten Brett wäre Matthias Tonndorf Deutscher Amateurmeister (A) 2016/17 - sofern er gewönne, der Matthias. Unübersichtlich wird's immer in solchen Fällen, wenn die beiden Führenden remisieren und die Nachdrängenden siegen, wenn also Punkt-Gleichstände produziert werden.

Aller schachlicher Lebenserfahrung nach sind in diesem Fall die von unten Nachdrängenden in der Feinwertung leicht im Vorteil, weil die Führenden ja nicht gegen sich selbst spielen und so die eigenen Buchhölzer mitnehmen können. Richtig durchrechnen kann man das aber eigentlich nur mit einem entspr. Programm, denn die Einflüsse der "kleinen" ersten Runden mit Spielern, die vielleicht auf hinteren Plätzen rangieren, sind sogar in kurzen 5-Runden-Turnieren nicht mal eben aus dem Handgelenk zu ermitteln - und der Pairing Officer des Turniers pflegte bisher auch den Texter weg zu scheuchen, wenn erste Prognosen abgefragt werden sollten - umso mehr wohl würde er die Spieler in weite Ferne zaubern.

Aber ein neues Ergebnis in der Gruppe D flatterte zwischen solche Überlegungen: Nach kurzer Partie in einem ohnedies remisträchtigen "Londoner System" hatte der mit 4,0 pt. führende Pascal Besancon mit Schwarz das Ziel erreicht: Mit 4,5 Punkten stand er als Deutscher Schach-Amateurmeister (D) 2016/17 fest. Herzlichen Glückwunsch!

Nahezu zeitgleich stellte nach einem tollen Turnier der junge Bahne Fuhrmann mit Weiß in der F-Gruppe leider erst die Stellung und dann auch den Widerstand ein, so dass Anke Schönfeld als Siegerin vom Brett ging und zwar mit der schönen Aussicht, nun bald offiziell - mit 4,5 aus 5! - Deutsche Schach-Amateurmeisterin (F) 2016/17 zu sein - herzlichen Glückwunsch.

Eine kleine Unsicherheit in diesem Wohlgefühl (irgendwas ist ja immer ...) erzeugte die noch laufende Partie Minh Dat Tran - Adrian Neo Hoke, denn beide Spieler hatten 3,5 Punkte, so dass ein Sieg Punktgleichheit mit Anke Schönfeld und damit die Unwägbarkeit der Feinwertung ergäbe.

Man schlurfte ein wenig durch den Saal, in der düpierenden Gewissheit, immer genau da zu stehen, wo gerade keine Entscheidung fiel. War auch diesmal so. Es war die Gruppe C, in der am Spitzenbrett die Partie Tobias Röhr - Radu-Liviu Muntean mit 1-0 endete. Damit hatte nun Tobias phänomenale 4,5 Punkte, war aber noch immer nicht ganz goldmedaillensicher, denn am Nebenbrett konnte vielleicht noch Arno Bieger mit Schwarz siegen. Der hätte dann die gleiche Punktzahl. Die Jungs im Dähne-Pokal gingen unterdessen in die Verlängerung, nachdem die Finalisten Hagen Poetsch und Johannes Carow trotz beiderseitiger Anstrengungen mehr zu erreichen, nichts anderes als ein Remis herstellen konnten. "Denn ssssspielt mal schön weiter", hätte der Hamburger Emil Dähne vielleicht geschmunzelt.

Und dann doch!

Die ziemlich kompliziert aussehende Partie (aber was weiß ich schon...?) an Brett 1 der A-Gruppe trug ein Ergebnis! Derek Gaede siegte mit Schwarz gegen David Faerber und hatte damit 4,5 Punkte. Zwar deutete alles ... naja, vieles ... darauf hin, dass Deutschland mit Derek Gaede einen neuen Deutschen Schach-Amateurmeister (A) 2016/17 vor sich hatte, aber Matthias Tonndorf spielte noch und konnte es bei (für ihn) günstigem Verlauf ebenfalls noch auf 4,5 Punkte bringen.

Derek Gaede spielt für den ebenso traditions- wie glorreichen Hamburger SK von 1830, wurde 1982 geboren und ist mit der aktuellen Elo 2311 der DSAM eigentlich schon entwachsen, die ja eine Obergrenze von Zwodrei hat - die aber meint die Zahl, die zu Beginn der DSAM-Saison, also vor gut einem halben Jahr, zu Buche stand. Im Mai dieses Jahres schaffte es Schachfreund Gaede sogar auf Elo 2320; seine DWZ konnte mit diesem Stürmer & Dränger kaum Schritt halten und verhakte sich bei 2265. Meistens liegt dieser Wert ja höher als der internationale (indernäschönel) -  Meister Gaede ist eben ein Ausnahme-Spieler. Schon beim HSK-Osteropen 2017 erlebte er mit 5,5/6 eine Sternstunde (eigentlich ja mehrere) und in der gewiss nicht einfachen Oberliga Nord legte er mit 5,0/9 ein ansprechendes Ergebnis hin.

Und ein Ergebnis ereignete sich unterdessen auch in der B-Gruppe, nämlich am ersten Brett zwischen Artur Oganesssjan und Frederik Svane, die bisher beider 3,5 Pkt. auswiesen - ebenso wie La Jana Schneider, die aber überhaupt erst mal das "ewige Duell" mit Lara Schulze für sich entscheiden musste, um von 3,5 auf meisterfähige 4,5 Pkt. aufzuschnellen.

Zuvor aber notierten die Buchmacher, dass nun in Gruppe D das Turmendspiel trotz eines nutzlosen Mehrbauern, wohl schon fast ein "Nalimov-Remis", im Unentschieden endete und zwar in der Begegnung Sadewasser - Behringer. Beide Spieler hatten bis dato 3,5 Zähler, jetzt also 4,0. Nun hing die Titelvergabe bzw. der erste Platz vom Geschehen in der Partie Grötzbach,J - Erdmann ab. Beide hatten 3,5 Punkte. Ein Sieg - und der Titel wäre errungen.

Wir melden uns wieder, wenn die Ehrungen, Schecks, Pokale etc. verteilt werden. Ein Grund: Auch die Redaktion erhält erst dann die Abschuss... Abschluss-Tabellen.

Sieger! Geehrte! Deutsche Schachmeister!

Bis zur letzten Patt-Falle wurde an einigen Brettern gekämpft, so ist das nun mal bei einer Deutschen Meisterschaft. In jeder Gruppe fand sich ein würdiger Deutscher Meister (ging nicht anders, unwürdige spielten gar nicht erst mit) und über den Titel musste zum Glück diesmal weder die Buchholzwertung noch unser aber ziemlich hübscher Riesen-Würfel entscheiden, sondern die errungene Punktzahl genügte dem bzw. der jeweiligen Ersten überall zum klaren Turniersieg. Mehr dazu nach der Eröffnung der Gala des Deutschen Schachs, wie diese im DSB einzigartige Art der Begegnung, der Feier und der lustigen Ehrung heißt. 

Und das Ende ...? Ach, es war ein Gedicht! ChessBase veranstaltete ein schwungvolles Löser-Turnier, das die Tasten zum Glühen brachte. Der Bücherstand war so umlagert, dass die fachkundigen Verkäufer Sorgen hatten, nie wieder nach Hause zu gelangen. Und im Simultan gab es eine Menge zu gucken, zu lernen, zu schmunzeln (darf man das eigentlich?), als nämlich Großmeister Jan-Christian Schroeder die volle Kraft seiner Jugend (19 Jahre - aber keine Bange, der wird auch noch älter!) und erst recht die seiner Elo (2524 - und auch die wird immer noch mehr) zur Geltung und die Simultanpartner zur Strecke brachte. Andererseits: mit 21,5 - 4,5 zugunsten des Meisters hielten sich die Amateure doch gar nicht so schlecht, oder?

Verlosung nach der ChessBase-Challenge

Kaum war das genug beklatscht und per Handy auch noch in fernste Familien-Sitzecken der Republik mitgeteilt worden, ging es für alle weiter in den inzwischen völlig umgestalteten Saal, dessen Kopfende ein wenig angestrahlt war: Die Bühne, Der Mann und Das Mikrophon standen im Fokus - natürlich Turnierdirektor Dr. Dirk Jordan mit seinem feinst gezwirnten DSAM-Team, das stets so wirkt, als wolle es nun gleich eine swingende Einlage als Background-Chor zum Besten geben, zum Wohle aller aber doch wieder einmal zurückgehalten werden konnten. 

Um die Spannung aufrecht zu erhalten, gibt es für niemanden vor dieser Verkündung die Gruppen-Ergebnisse (dass verschwiegene Ausgewählte des Orga-Team sie erfahren, lässt sich nicht vermeiden). Zuerst aber sollten die Plätze und von dort die Getränke gewählt werden ("Sie werden platziert!!" ist aus der Mode), der von Ungeübten gefürchtete Small-Talk wird gepflegt und jene Stimmung, die man von vor der weihnachtlichen Bescherung erinnert, greift um sich. 

Einer, den man aus begreiflichem Grund noch gar nicht so kannte, weil er nämlich gerade erst vor ein paar Tagen gewählt wurde, ist auch da, ganz anders, ohne Gummistiefel, als man sich so einen Schleswig-Holsteiner so vorstellte: Der Präsident des Deutschen Schachbundes, Ullrich Krause. Sehr gut kommt an, was er das über die Entwicklung des Schachs in Deutschland gerade auch unterhalb der Oberliga sagt, über den phänomenalen Aufschwung des Damenschachs und überhaupt über die vielen, starken, netten Jugendlichen, die sich immer besser entfalten.

Prompt wurde ein größeres Ding daraus gemacht: Als Neuerung fand nun eine kurze Podiumsdiskussion statt, in der die DSB-Präsidenten Ullrich KrauseKlaus Deventer und Turnierdirektor Dr. Dirk Jordan eine ganze Reihe von Fragen zur Zukunft des deutschen Schachs gestellt bekamen und sie ehrlich und offen und vor allem informativ beantworteten.

Eine Ehrung gab es sogar für einige im DSAM-Team: Der Vizepräsident des DSB Klaus Deventer, zuständig für Leistungsschach, ehrte die Schiedsrichter Albrecht Beer, Hugo Schulz und Thomas Wiedmann für mehr als 150 (gefahrvolle?) Einsätze neben dem Brett mit der Silbernen Ehrennadel des DSB.

Jetzt aber her mit den Preisen ...!

 

Gruppe A, TWZ  2300 - 2101

Deutscher Schach-Amateurmeister (A) 2016/17 ist Derek Gaede vom Hamburger SK! Herzlichen Glückwunsch!!!

Mit sehr, sehr guten 4,5 Punkten = 90% setzte er sich überzeugend durch und siegte mit einem halben Punkt Vorsprung vor Matthias Tonndorf. Die Verfolger mit 3,5 Punkten - Prof. Dr. Friedbert Prüfer, Stefan Schiffer, Max Arnold, Bernd Laubsch und Gerald Löw lieferten dem Champion aber bis zuletzt einen spannenden Wetttkampf! 

Beste Dame der A-Gruppe und damit die Deutsche Damen Schach-Amateurmeisterin 2016/17 wurde WFM Fiona Sieber. - Fiona, wir danken Dir. Alle waren außerordentlich froh, dass es in dieser besten Gruppe nun wieder einen echten Wettbewerb gab, nachdem WGM Barbara Hund die Sache über die Jahre hinweg schon fast ein wenig fad wurde. 

 

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Gruppe B, TWZ  2100 - 1901

In der B-Gruppe feiern wir mit Jana Schneider die Deutsche Amateurmeisterin (B) 2016/17! Weil Jana damit natürlich auch beste Dame dieser Konkurrenz und also auch Deutsche Frauen Schach-Amateurmeisterin (B) 2016/17 wurde, und weil sie amtierende Deutsche Frauenmeisterin ist und bestimmt auch Deutsche Wein- oder Blumenkönigin und im vergangenen Jahr Deutsche Jugendmeisterin U14w, ist bei ihr daheim für weitere Titel kein Platz mehr und sie zieht deshalb um. Wurde so vermutet. 

Der Deutsche Amateurvizemeister (B) 2016/17 ist durch seine 4,0 Punkte jetzt Frederik Svane, was dem die Ehrung der DSAM mit vornehmenden Präsidenten des Deutschen Schachbundes DSB, Ullrich Krause, eine besondere Freude war, denn der "ist auch von da weg" - aus Schleswig-Holstein nämlich. Zugleich ist Frederik Svane amtierender Deutscher Jugendmeister U14 - irgendwie unheimlich, so was.

Hast Du gewusst, mit was für Koryphäen Du es da zwischen h8 und a1 zu tun hattest? Ebenfalls 4,0 Punkte erschacherten Artur Oganessjan und Dirk Richter, was sowohl ewigen Ruhm als auch die Plätze Drei und Vier bedeutete. Besonders erwähnen möchte ich den hervorragenden sechsten Platzt des sogar an 2 gesetzten, ältesten Spielers des Turniers, Hubert Walkewitz. Auch er zeigt am "alle spielen miteinander - gens una sumus" Modell der DSAM immer wieder, dass die vorherrschende Trennung des Schachs in "Senioren", "Jugend", "irgendwie Normale", "Kinder", "Frauen", "Kerle", "Ärzte", "Soldaten", "Studenten" und womöglich "Blondinen mit grüner Badekappe" nicht unbedingt schlüssig sein muss. 

 

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Gruppe C, TWZ  1900 - 1701

Bis zuletzt, so soll's ja auch sein, wurde hier die Spannung hochgehalten. Der Texter erhielt schon Informationen, dass nun Radu-Liviu Muntean "ganz klar" Erster sei, dann war Arno Bieger, natürlich auch "ganz klar", am Ende aber schaffte das Duo aus Paring-Officer und Hauptschiedsrichter machtvolle Klarheit: 

Der 2003 geborene Potsdamer Tobias Röhr erzielte sagenhafte 4,5 Punkte und wurde damit Deutscher Schach-Amateurmeister (C) 2016/17! Der für Bad Soden - und sich selbst - siegende Hesse Radu-Liviu Muntean wurde mit 4,0 Punkten überraschender und dadurch umso mehr glänzender Zweiter, war er doch nur als Nummer 36 der Setzliste ins Rennen gegangen.

Ebenso viele Punkte gelangen Volker Dreis, Frankfurt Nord (Heimspiel!), der Dritter wurde, was sich die Setzliste schon vorher so ungefähr gedacht hatte. Arno Bieger hingegen fand seinen Setzranglisten-Platz mit Elo 0 und DWZ-aktuell 1807 (die 1975 ist das Gründungsjahr seines Clubs) schon fast außerhalb des Spielsaals. Umso mehr bewunderten alle seinen vierten Platz in dieser Gruppe. 

Jeremy Hommer wurde 2006 geboren, spielte noch einige Atemzüge zuvor am anderen Ende der Republik (Willingen, EnteSüßSauerland) die Kraft raubende Deutsche Jugendeinzel und der Lüneburger kam nun auch im DSAM-Finale auf schöne 3,5 Punkte und damit auf den fünften Rang ... Leute, wie macht Ihr das alle?? Schreibt doch einmal ein Buch darüber! Ralf Schreiber, der mit gleicher Punktzahl Sechster wurde, antwortete vielleicht: "Tja, so was kann man nicht lernen ... so was hat man einfach." So ist es dann wohl. 

Beste Dame dieser Gruppe und damit Deutsche Frauen Schach-Amateurmeisterin (C) 2016/17 wurde Christine Giebel, USC Magdeburg, mit 3,5 Zählern glorreiche Siebte des Gesamtfeldes.

 

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Gruppe D, TWZ  1700 - 1501

Sasel. Kennt jeder. Der in Hamburg wohnt oder dort öfter zu tun hat. Liegt gleich bei Poppenbüttel und Volksdorf. Berühmtester Einwohner ist ab heute mit phantastischen 4,5 Punkten: Jürgen Grötzbach, Deutscher Schach-Amateurmeister (D) 2016/17!

Die Schachfamilie Grötzbach - mit Doktorentitel die Eltern Christine und Jürgen, noch ohne diese akademische Würden die Söhne Daniel und Julian - gilt zu Recht allerorten als sympathisch, nett, hilfsbereit, ... eigentlich eine gute Verstärkung für das DSAM-Team, dachten wir schon öfter, aber deren vielseitigen Interessen ließen kaum Zeit für eine so absurde Idee.

Besondere Freude löste aus, dass der jüngste Teilnehmer des gesamten Turniers, Matteo Metzdorf Deutscher Amateurvizemeister (D) 2016/17 wurde! Dem 2007 geborenen Trierer gelang damit auf Anhieb in diesem - ich darf das kurz in Erinnerung rufen? - deutschen Finale mit seinen 4,0 Punkten und dem damit verbundenen zweiten Platz ein riesiger Erfolg! Ebenso erfolgreich, nur nicht mehr so jung (eine Wahrheit, der man sich täglich stellen muss) waren und sind der Dritte und Vierte, nämlich Daniel Behringer und der nur an 28 Gesetzte Tom Sadewasser. 

Zwischen dem siebten Gesamt-Rang der neuen Deutschen Frauen Schach-Amateurmeisterin (D) 2016/17 Felicitas Ophelia Köllner und den Bitterfelder Tom Sadewasser schoben sich auf den fünften und sechsten Rang mit je 3,5 Pkt. das DSAM-Urgestein Frank Erdmann und Steffen Tews aus Magdeburg.  

 

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Gruppe E, TWZ  1500 - 1301

Besancon. Weltweit heißen vier Schachspieler so wie diese Stadt im östlichen Frankreich. Einer davon, nämlich Pascal Besancon, ist jetzt Deutscher Schach-Amateurmeister (E) 2016/17! Er wurde 2002 geboren, seine Elo und DWZ sind ungefähr gleich, nämlich 1638 / 1661, was sich aber nun nach seinen 4,5 Punkten sprunghaft verbessern dürfte. Wir hoffen, dass nun in Ost-Thüringen, in seinem SK Weida, ein großer Gratulationschor auf ihn angestimmt wird.  Yannek Nyenhuis und Christian Feidel gelangen 4,0 Punkte und damit Silber und Gold. Beste Dame wurde Victoria Wagner mit 3,0 Punkten, die damit  Deutsche Frauen Schach-Amateurmeisterin (E) 2016/17 ist.

 

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Gruppe F, TWZ  1300 - 0

Das, was Jana Schneider in der B-Gruppe gelang, ließ sich Anke Schönfeld, Niederwiesa, womöglich als Beispiel dienen. Mit 4,5 Punkten wurde sie Erste dieser Gruppe und damit zugleich Meister wie auch Deutsche Frauen Schach-Amateurmeisterin (F) 2016/17.

Auf Platz 2 und 3 drängeln sich punktuell gleichauf, Adrian Neo Hoke,  Parensen und Minh Dat Tran, Agon Neumünster, mit je 4,0 Punkten. "Falsche Sportart!" möchte man erst rufen, wenn man Tischtennisclub Grün-Weiß Fritzdorf in der Siegerliste liest, aber die Schachfreunde von dort sind oft, in großer Zahl und eben auch ungemein erfolgreich bei der DSAM dabei. Anne Ricarda Heyer aus diesem Club wurde mit 3,5 Punkten Vierte, knapp vor dem ebenso kontierenden Zweitjüngsten des Turniers, nämlich Bahne Fuhrmann.

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