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Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft 6³
  2016/2017

Qualifikationsturnier Kassel

31. März bis 02. April 2017

Turnierinformationen:

Rangliste:

Gruppe A · Gruppe B · Gruppe C · Gruppe D · Gruppe E · Gruppe F

Teilnehmer:

Gruppe A · Gruppe B · Gruppe C · Gruppe D · Gruppe E · Gruppe F

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Spielort:

RAMADA Hotel Kassel City Centre

Ralf Mulde berichtet aus Kassel

Fiona Sieber oder : Mit dem Tisch auf die Faust hauen

Gerade während uns Bernd Vökler, DSB, per Amtshilfe (danke!) einige Bilder unserer teilnehmenden Europameisterin (!!) Fiona Sieber verfügbar machte, knarzte eine Meldung durch die Nachrichten, nach der sich die Gentlemen eines britischen Golfclubs schwer erschüttert zeigten. Nein, nicht etwa irgendein grasknabbernder Killerkäfer hatte ihren Rasen fröhlich mümmelnd teilverspeist, sondern, weit schlimmer: Öffentlicher Druck zwang sie, ihren Club nun auch für Frauen zu öffnen! Die Schwere dieses Schicksalsschlags war minutenlang an den schockzitternden Bartspitzen dieser Herren abzulesen.

Ganz anders aber im Schach! Wir haben - neben vielen Anderen - eine Europameisterin unter .. äh ... neben uns ... also, jedenfalls ist sie hier! WFM Fiona Sieber triumphierte sozusagen erst vor einigen Wochen, nämlich 2016 in der EU Ch U16 (ja, auch wir können im DSB unverständliche Abkürzungen produzieren) und jetzt ... ja, jetzt sitzt Du in der Reihe ihrer Spielpartner (Hier stand erst Opfer, aber Du darfst Dich ja noch wehren. Ein bisschen.).

Ehrengäste und Turnierdirektor

 Eingeleitet wurde diese Frauenpower ja schon durch unsere Schachfreundin Stefanie Schneider, Referentin für Frauenschach des Hessischen Verbandes, die bei der Eröffnung der DSAM einige zündende Worte über diesen landauf, landab noch immer stark ausbaufähigen Flügel formulierte. Recht so! Da musste doch auch mal jemand mit dem Tisch auf die Faust hauen. Obwohl die DSAM einen (leider auch nur geringfügig) höheren weiblichen Anteil ausweist als es im Liga-Betrieb der Vereine der Fall ist:

Im Schach wird in der "Frauenfrage" auf Jahrzehnte hinaus immer wieder noch sehr, sehr viel zu tun sein. http://www.bpb.de/gesellschaft/gender/frauenbewegung/35316/clara-zetkin?p=all Erst wenn Fiona Sieber, Annmarie Mütsch oder Antonia Ziegenfuß und ihre Freundinnen bereits Seniorinnen-Sprecherin sein könnten, wird das Ziel vielleicht erreicht sein, nämlich matt auf h7, aber: Packen wir's an!

 

Sonniger Beginn der DSAM Kassel 2017

Die Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft wurde im H4-Hotel Kassel mit 336 Teilnehmern eröffnet, darunter starke 30 Damen, von denen die aktuelle U16-Europameisterin WFM Fiona Sieber aus Magdeburg die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht. Aber FM Bernd Laubsch aus Uelzen und Hartmut Zieher, Hamburger SK, sind mit zumindest etwas besserer Elo auf Platz 1 und 2 gesetzt und könnten womöglich noch zusätzlich durch den frühen Sommer dieses Jahres beflügelt sein, wer weiß? 

Die drei Jüngsten in Kassel wurden 2008 geboren, der Älteste 1935, man sieht: Die Mischung stimmt. Vor uns liegen drei sonnige Tage des Schachs. Es handelt sich um das letzte Qualifikationsturnier dieser Serie in dieser Saison. "Nach diesen sechs Turnieren kommt nur noch das Finale in Niedernhausen", sagte Turnierdirektor Dr. Dirk Jordan, Dresden. Das ist ja wie im Sommerschlussverkauf! 

Nestor Gerhard Paris

Thorsten Ostermeier als Präsident des Hessischen Schachverbandes kam nicht nur zum Grußwort vorbei, sondern spielt auch mit: vorbildlich. In der B-Gruppe wird er nun seine Kreise ziehen. Seine Vorstandskollegin Stefanie Schneider, Frauenreferentin des Verbandes, wies in ihrem Grußwort auf die im Schach erfreulich wichtig (und stark!) gewordenen Damen hin. Es ist offensichtlich, dass der DSB, seine Verbände, die Vereine und eben auch die DSAM mit diesem Thema erfreuliche Fortschritte erzielt haben. 

Die Stadt Kassel entsandte Stadträtin Esther Kalveram, die ein fachkundiges Grußwort hielt, in dem sie neben der Frage, warum Schach ein Sport sei, auch die erfreuliche Entwicklung der Kasseler Schachvereine beleuchtete, die mit ihrer Tätigkeit in den Schulen vorbildhaft seien. 

Beruhigend

Wir können Dir, lieber Schachspieler, nun etwas versichern: Ebenso wie es auf dieser Homepage keine Wortspiele mit Namen gibt und ebenso wie es hier keine negative Darstellung gibt, ebenso wird es hier morgen (oder irgendwann sonst) keinen April-Scherz geben! 
 
Zum einen sind Schachspieler oft sowieso schon alltagsungeschickt genug und müssen durch diese zum 1. April wohl üblichen Ulke (warum eigentlich?) nicht noch zusätzlich belastet werden, zum anderen herrscht ja ohnehin schon den lieben langen Tag Unsicherheit genug, ob diese oder jene Nachricht nun der Wahrheit entspräche. Also: Das, was Du auf der Waage, auf der Tabelle oder auf dem Kontoauszug siehst, entspricht der Realität. Erfreuen wir uns an den bunten Farben des Frühlings! 
 

Keiner hatte je Lust, mit der Blonden zu spielen

Die gar nicht hoch genug zu schätzende HNA, also die "Hessisch Naussauische Allgemeine Zeitung", zu Recht unangefochtener Presse-Platzhirsch hier in Nordhessen, berichtet immer wieder hingebungsvoll über unser Turnier - warum? Weil es nun mal interessant ist. 
 
Endlich ließ das Blatt nun auch die fernsehbekannte Blondine Heike Makatsch zum Schach zu Wort kommen, die Verblüffendes berichtete: "... hat im Filmgeschäft bisher keine Diskriminierung erlebt - nur im Schach. "Ich war als junges Mädchen eine richtig gute Schachspielerin. Aber keiner hatte je Lust, mit mir zu spielen", sagte sie ... Für Männer sei es oft nicht in Frage gekommen, sich mit ihr im Schach zu messen. "Das war ein Geschlechterproblem", sagte die 45-Jährige." 
Nunja. Wir könnten ja unter unseren Spielerinnen herumfragen, ob sie so etwas auch erlebt haben - und ob die Kerle, die sich das erlaubt hatten, noch leben. 
 

In der DSAM lohnt der Blick auf die Tabelle

Das hier ist nicht Fußball! Dort steht ja der Meister für die nächsten dreißig Jahre fest und die Spiele finden nur noch statt, weil im Stadion auch mal durchgefegt werden muss und natürlich, um üble Fragen wie den Abstieg zu klären. In der DSAM hingegen schaust Du am Freitag nach der zweiten Runde auf die Tabellen und siehst: Die da ganz oben hätte man ja nie dort erwartet!

Beginnen wir in der A-Gruppe. Andrey Cherny, Kasseler SK 1876, DWZ 2138 und Elo 2160, Startplatz 16 (von 29, also doch noch in der Mitte). Und jetzt Platz 1 in der Rangliste, zwei aus zwei. Seinetwegen könnte das Turnier jetzt vermutlich beendet werden. Ist aber nicht so. Morgen früh kommt der Bernd Laubsch an Andreys Brett. Womöglich spielt der Uelzener ja auch noch ganz besonders gerne mit Schwarz? Man weiß es nicht. Wir werden die Fans neben diesem Brett platzieren - die im schwarzen Anzug. Unter den neun mit 1,5 Punkten auf Platz 2-10 rangierenden Spielern befinden sich zwei Damen. WGM Barbara Hund zeigt, was auf dem Brett geht und WFM Fiona Sieber sowieso.

 

In der Gruppe B sind sie zu dritt. Nein, nicht in der ganzen Gruppe, dafür stehen wir nicht auf, sondern an der Spitze, am Gipfel, gaaanz oben, da sind es drei: Kay Kempe aus Chemnitz, der WM-erfahrene Ruben Gideon Köllner und der Magdeburger Hans Schwarz. Hmm ... ihr kommt alle von ziemlich weit her, das ist ja toll! Bis zum Platz 19 zieht es sich durch mit den 1,5 Punkten; durch manche vorige Heldentaten stechen hier vielleicht Sarah Hund, Jeremy Möller und Matthias Niesel ein wenig heraus. Was heißt das? Gar nichts. Gewonnen wird am Brett.

Gruppe C katapultiert den Texter aus dem Sessel: Hier sind elf Spieler, ein ganzes Kicker-Team, mit granitharten zwei aus zwei ganz vorne an der Essen-Ausgabe! Von jedem einzelnen könnten wir Geschichten, ach was, ganze Romane erzählen. Das könnte jetzt aber ein bisschen dauern ... also warten wir die weitere Entwicklung noch ein wenig ab, was auch für die ganz gewiss noch Gas gebenden Damen in dieser Gruppe gilt. Susan Reyher aus Rüdersdorf, Jasmin Zimmermann aus Harksheide und die bisher noch zurückhaltend spielende Brigitte Reiter aus Moers werden den Jungs nun schon zeigen, wie man's macht!

Gruppe D, sozusagen die Deutschland-Gruppe: Sage noch mal einer etwas gegen Frauenschach ... zwei Damen sind unter denen, die zwei aus zwei gemacht haben, an der Spitze - ich geb's ja zu, diese Reihung ist zu Beginn des Wettkampfs eher noch Zufall, sieht aber gut aus. Felicitas Ophelia Köllner (ja, die Schwester von ...!) und Susanne Röhr bilden gleichsam die Frauenbewegung dieser Gruppe. Wo das noch hinführen wird? Naja, weiter nach oben natürlich! Tatsächlich aber ist das noch nicht mal eine Vorentscheidung; auch die Chancen der Nr. 55 der Tabelle, Nick Fromm von der Caissa Kassel mit 1,0 Pkt., sind noch völlig intakt.

Gruppe E hat "nur" fünf Brettkämpfer, die bisher unbeschadet durch das Turnier zogen. Zwei aus zwei kann eben nicht jeder. Patricia Maar aus Kaufungen ist mit dabei. Nur mal so als Beispiel.

In der Gruppe F ist die Lage nicht völlig anders als in den anderen. Sieben Spieler mit 100%, schon wieder eine Dame ganz vorne, diesmal Anke Schönfeld aus Niederwiesa (bevor Ihr jetzt alle zum Org.-Büro lauft, um zu fragen: Der Ort "ist eine an die Großstadt Chemnitz angrenzende Gemeinde im Landkreis Mittelsachsen." [Wikipedia]

Und nun: Legt einfach los. Spielt Schach.

Was ist Dein Erfolg in der DSAM?

 

Ich zitiere, wohl etwas ungewöhnlich, zunächst einmal aus dem 20.März-Infobrief des Deutschen Blindenschachbundes DBSB, in dem der Augsburger Anton Lindenmair formulierte: "Die Bilanz ... fällt natürlich - wie fast immer - gemischt aus. Im großen und ganzen konnten aber fast alle Spieler ihre Setzlistenplätze verbessern. ... Die wahre Leistung der Spieler kann natürlich erst dann richtig eingeschätzt werden, wenn die DWZ- und Elo-Auswertungen vorliegen."

Genau. Das ist exakt das Kriterium für Amateurspieler, ob nebenher nun sogar das Turnier gewonnen wurde oder gerade mal nicht. Und es ist eigentlich ein ziemlich strenges Leistungs-Kriterium, in jedem Turnier und jeder Mannschafts-Saison erneut die Messlatte an sich selbst zu legen und zu fragen: Habe ich meinen Setzplatz und / oder mein Rating verbessern können? Das ist Leichtathleten vergleichbar, die ja auch ständig nach der "persönlichen Bestleistung" fragen.

Leistungsschach ist eben auch in der DSAM  - falls man sich dabei dem genannten Druck aussetzt oder einfach nur aus reiner Freude am Schach am Brett sitzt und dabei "ex Ärmelo" eine Kombination à la Tal oder Morphy oder Aljechin nach der nächsten auf die Platte setzt. Ach, übrigens: Sollte Letzteres bei Dir wieder mal der Fall sein: Die Partien hätten wir dann gerne. Zur Veröffentlichung.

Ehrungen bei der DSAM

 

Eine hübsche und immer wieder wunderschöne Tradition der DSAM ist es, den Spielern, die zum zehnten Mal am Turnier teilgenommen haben, einen „Bronzenen Springer“ zu übergeben. Dabei handelt es sich nicht um eine Skulptur, sondern um ein recht großes, weithin sichtbares Abzeichen in Form eines Springers, das am Revers getragen wird. Die folgenden Spieler erhielten nun für ihre zehnte Teilnahme diese kleine Anerkennung:

Drei Damen aus der Schachfamilie Hund haben zehn Teilnahmen schon lange hinter sich - nein, nicht alle zusammengezählt, sondern jede einzelne (obwohl es das Wort "einzeln" bei den Hunds gar nicht gibt) nahm nun schon zum fünfundzwanzigsten Mal an einem Turnier der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft teil, nämlich WGM Barbara Hund, Sarah Hund und - durch den "ausgeheirateten" Namen geschickt getarnt - Susanne van Kempen! Der „Silberne Springer“ war ihnen damit sicher, ebenso wie Dirk Kramer, Torsten Kumbernuß und Uwe Ritter, die hier in Kassel 2017 nun ebenfalls dieses lustige "Jubiläum" feiern! Die Herren mussten es allein schaffen, sie sind nach vorläufiger Erkenntnis nicht miteinander verwandt.

 

 

 Geburtstag Dr. Stephan Meyer

Und noch ein freudiges Ereignis wurde beklatscht, bejubelt und voller Freude begangen: Zwei Spieler verbringen ihren Geburtstag in unserer Mitte, nämlich schon gestern Klaus-Peter Wortmann vom Märkischen Springer Halver-Schal und heute Dr. Stephan Meyer, Hildesheimer SV. Euch beiden einen herzlichen Glückwunsch! Möge Euer König stets ein sicheres Fluchtfeld vorfinden.

 

 

Der Blues. Der Saal. Und Schach bei Mondschein.

"Die sitzen da doch alle nur so rum." Respektlos, manche Kommentare. Zum Glück gibt es (gerade deshalb?) im Tuniersaal das Gebot des Schweigens, was weniger mafiös ist als es klingt. Und mindestens Schiedsrichter Albrecht Beer kann seit gestern, Runde 2, eine ganz andere Geschichte erzählen.

"Es waren alle Partien beendet", erzählt er. "Nicht nur in meiner Gruppe B (B wie Beer?), sondern im ganzen Turnier. Die Gedanken glitten bereits durch die sommerliche Nacht, und ein dünner Mondschein fiel durch die vom Hotelpersonal schon zum Lüften geöffneten Fenster. Und dann hörte ich es: Klack. Klack. Klickklack. Da waren noch zwei zugange! Die Kollegen hatten also doch kein Ergebnis einzutragen vergessen."

Sowohl Ludwig Rettore als auch Gerd Brückmann wollten und wollten diese Partie gewinnen und so saßen sie also noch sehr, sehr spät am Brett. Längst waren alle anderen gegangen, der Saal war leer, eben nur diese zwei waren noch ins Spiel versunken. Im Kino ist das der Moment, in dem ein spät in den Saal Gekommener still lächelnd, ganz langsam, seine Klarinette auspackt und den Blues spielt; einige Noten später schlägt ein anderer aus der Dunkelheit heraus die ersten Takte auf den Drums an ... "Ganz so romantisch war es hier nicht", berichtete der Schiedsrichter. "Undramatisch zusammengefasst: Rettore - Brückmann ½ : ½."

Vor der letzten Runde

 

In der Gruppe F sind zwei 100%er an Brett 1 zu finden: Peter Grotrian und Badrinarayanan Raghavan gewannen bisher - unfassbar! - jede einzelne Partie und spielen nun nach dem Willen des Schweizer Systems um den Gruppensieg.

Es begann 2012 mit der Ersten Offenen Moerser Stadtmeisterschaft. Schachfreundin Regina Weihofen verlor zwar bei ihrer Turnierschach-Premiere noch alle ihre fünf Partien, aber es war ein erster Schritt. Es folgten alsbald die Kreismeisterschaft, die Bezirksliga, die Vereinsmeisterschaft, darunter gleich dreimal eine Gegnerschaft im 1900er Rating-Bereich. Die DWZ 1474 liegt jetzt schon auf normalem Clubniveau und ihr Brett in der DSAM steht ganz weit vorne: In der Gruppe E spielt sie mit Weiß an Brett 1! Ihr Spielpartner Srini Vazan wird aber gewiss nicht einfach so, mit einem Lächeln und einem Fingerschnippen, weggezaubert werden können, das wird bestimmt eine interessante Partie!

Wohlverdient an Brett 1 der D-Gruppe bestreitet eine aus der schachbegabten Köllner-Familie ihre letzte Partie dieses Turniers - Felicitas Ophelia Köllner hat nämlich bisher alle vier Partien gewonnen und sieht nun mit Schwarz der Begegnung mit Tom Sadewasser (3,5 Pkt.) vermutlich gelassen entgegen.

In der C-Gruppe an Brett 1 hat ein Heldt die weißen Steine! Der 2001 geborene Bremer Nils-Lennart Heldt (Elo 1896) wird bei Werder offenbar gut gefördert und räumte in Kassel konsequent bisher alles ab. Der junge Mann spielt recht viel, wie es sein Datenblatt zeigt und er tut es erfolgreich. Der Autor dieser Zeilen durfte das auch schon feststellen ... und leidet noch immer! Groningen, Jugendbundesliga, Pardubice-C, das lässt an Trintignant und Kinski denken: "Leichen pflasterten seinen Weg" (Western, Italien 1968). Aber der andere darf ja auch mal ziehen. Und das ist jetzt in der fünften Runde der bekannt starke Tobias Röhr aus Potsdam, der ebenfalls 100% erspielt hat. Jetzt geht's um's Ganze! -

An Brett 2 der C-Gruppe sehen wir die interessante Partie zwischen Aaron Noah Köllner (ha! Wieder ein Köllner! Toll!) gegen den ehemaligen Breitenschach-Referenten des DSB Ralf Schreiber. Und ein paar Schritte weiter erfordert sie unsere Aufmerksamkeit: Jasmin Zimmermann, in der Gruppe C an Brett 15 mit Schwarz spielend, darf sich Hoffnungen machen, beste Frau in dieser Gruppe zu werden. Sie wurde 1997 geboren, ist eine dieser unglaublich starken Spielerinnen der TuRa Harksheide, wirkt aber noch nicht in der Bundesliga mit, sehr wohl aber in der Frauen-Regionalliga und vor allem in der Ober-/Landesliga.

Und wo wir gerade davon sprachen ... Noch ein Köllner sitzt am ersten Brett, nämlich der WM-erfahrene Ruben-Gideon Köllner, der in der B-Gruppe großartige 100% erkämpft hat und nun mit Weiß gegen Torsten Werbeck (3,5 Pkt.) antreten wird. Gleich dahinter in der Tabelle lauern aber Denis Schermer und Christian Heckötter mit je 3,5 Punkten, die an 2 spielen.

Und wird es in der Gruppe A nach dem Motto laufen "sie kam, sah und siegte"? U16-Europameisterin Fiona Sieber wurde bisher "volle Kanne" mit 3,5 Punkten aus vier ihrer leichten Favoritenrolle gerecht und spielt nun in der Konsequenz an Brett 1. Sie hat Weiß, das soll gut sein, sagen viele. Der  Kasseler Philipp Humburg, bisher 3,0 Pkt., wird versuchen, seinen Heimvorteil mit Schwarz in einen vollen Punkt umzumünzen - und wir behalten das alles ganz genau im Auge.

Familienschach

Jon Englert gegen Nils Lennert

Die Familie Englert aus Großostheim bei Aschaffenburg fiel uns auf. Positiv, natürlich. Über die schreiben wir gerne ein paar Zeilen! Die erst 8jährige Lin Englert ist die jüngste Teilnehmerin des Turniers und spielt in Gruppe F - noch nicht überragend weit vorne, aber das ist ja auch nicht immer nötig. Ihr uralter Bruder Jon Englert ist schon dreizehn Jahre jung und kniet sich durchaus an den vorderen Brettern der schwierigen Gruppe C oft mit jener ernsten Konzentration in die Stellungen, ohne die man einfach kein echtes Wettkampf-Schach spielen kann.

Ann Englert ist erst vier Jahre jung. Nein, lieber Leser, Du musst noch nicht befürchten, nun auch noch gegen sie unter die Räder zu kommen; Ann spielt zwar Schach, ist aber bei so etwas wie unserem Turnier noch nicht im Angriff. Aber der Vereins- und Spaßspieler Vater Englert sagte uns schon, dass er an der DSAM teilnehmen wolle, sobald alle Kinder am Turnier beteiligt sein möchten, vermutlich also wird auch Ann Englert irgendwann hinzu stoßen - falls sie Freude daran haben sollte.

Und jetzt törööh!: Die Sieges-Fanfaren!

In der Gruppe F gab es mit Peter Grotian und Badrinar Raghavan zwei Spieler, die zumindest das Sonntagsfrühstück noch mit 100% beendeten, bevor sie nun eben unausweichlich aufeinander bretterten. In den Archiven des DSB findet sich Badrinarayanan Raghavan, sozusagen die erweiterte Vornamens-Version, und der spielt im Bezirk Frankfurt, in Gießen ... bisher kamen bei ihm noch nicht viele ausgewertete Partien zusammen; umso erfreulicher ist, dass unser Schachfreund nun hier in der DSAM Kassel neben uns sitzt und, weit mehr noch, mit unübertreffbaren 100%, also fünf Siegen aus fünf Partien, die F-Gruppe gewonnen hat!

Nahezu zeitgleich mit dem ersten Brett gelang es an Brett 3 Adrian Neo Hoke, seine Partie gegen Anke Schönfeld zu gewinnen. Er erhöhte damit auf 4,0 Punkte, während seine Spielpartnerin, die "Frau aus Niederwiesa", zumindest noch von Beate Wolff (2,5 pt) überholt werden konnte - zumindest in Bezug auf den Rang der "besten Dame" dieser Gruppe. Adrian Neo Hoke wurde 2006 geboren und spielt so wie sein drei Jahre jüngerer Bruder Joshua Sky Hoke in Parensen (Northeim, Niedersachsen). Am Ende zeigte es wie immer die Tabelle: Es war "allet noch ehmohl jot jejange" und Anke Schönfeld stand als beste Frau dieser Gruppe fest - wir sehen uns im Finale in Sotschi ... äh ... in Niederwiesa!

Sieger und Platzierte Gruppe E

In Gruppe E siegt einer, den zuvor weder jemand auf irgendeinem Zettel hatte noch über den allzu viele Schach-Informationen zu erlangen sind (ändert sich jetzt vermutlich). Vielleicht spielte der Kölner (hier mit einem "l"!) Srini Vazan ja bisher unter einem anderen Namen, also so was wie Kunibert-Vishwanathan Kimble? Man weiß es nicht. Was wir wissen und bewundern, sind seine phänomenalen 4,5 Punkte in dieser Gruppe, die ihn natürlich zum Ersten werden ließen. Aber Marek Frank vom SK Weida war mit 4,0 pt. als alleiniger Zweiter ganz nah dran. Die Gruppe E ließ mit dem letzten Ergebnis ein wenig auf sich warten, also: knochenhart umkämpft - gut so! Die andere Möglichkeit, dass die Schiedsrichter eher schlurften als rannten, um die Ergebnisse zu übermitteln, schließen wir kategorisch, expeallegorisch und kallifragilistisch aus, jawohl.

In der Gruppe D nahmen Tom Sadewasser (bisher 3,5 pt.) und Felicitas Ophelia Köllner (4,0 pt.) recht früh die Luft raus; die Spannung wäre sonst ja auch nicht auszuhalten gewesen. An Brett 1 einigten sie sich auf ein Remis, womit zwar die 100% der Bergneustädterin der Vergangenheit angehörten, aber Platz machten für den überragend herausgespielten Sieg in der D-Gruppe! Ihre aktuelle DWZ 1653 ist nahezu gleich hoch wie ihre Elo 1661; beide Werte der 1998 geborenen Spielerin werden sich nun wohl noch weiter erhöht haben. Und wo die Felicitas nicht überall spielt! Aachen, Godesburg, Wiesbaden, Haiger, demnächst vielleicht Sotschi ... hier zeigt sich, dass sich vorhandenes Talent durch vielfaches Bewähren im Turniersaal erst richtig formt.

Sieger und Platzierte Gruppe C

In der Gruppe C einigten sich die beiden Spitzen-Athleten an Brett 1 auf ein spekulatives und doch auch sicherndes Remis. Sicher waren nun sowohl Nils-Lennart Heldt (bisher 4,0 pt) als auch Tobias Röhr (bisher ebenfalls 4,0 pt) unter den ersten sechs und damit souverän für das Finale qualifiziert. Der erste Platz aber blieb nun den Unwägbarkeiten der Feinwertungs-Ermittlung unterworfen, die ja immer auch die aktuellen Ergebnisse der Spieler aus Runde 1 oder 2 beinhaltet. Vorausberechnung vor allem durch die Änderungen der FIDE-Regeln nahezu unmöglich. "Alles klar" war damit überhaupt nicht, denn an Brett 2 saß schon wieder ein Köllner ... Aaron-Noa Köllner besiegte mit Weiß Ralf Schreiber und sprang so auf 4,5 Punkte.

Gruppe B war diesmal die späteste, vielleicht ja auch die feinste. Ruben Gideon Köllner, schon lange nicht mehr für Bergneustadt, sondern jetzt für Bochum am Brett (klingt irgendwie so nach Bunzliga?), überflügelte diese Gruppe mit wunderbaren 4,5 Punkten und hatte damit einen halben Punkt mehr (das ist nun mal bei nur fünf Runden eine ganze Menge) als die buchholzgestaffelt nachfolgenden Torsten Werbeck, Denis Schermer, Manfred Berner und Christian Heckötter, die je 4,0 Punkte erzielten; Markus Mock aus dem bayerischen Ergolding war Bester derer mit 3,5 Zählern und ist damit ebenfalls finalqualifiziert. Beste Dame dieser Sparte wurde Sarah Hund.

Sieger und Platzierte Gruppe A

Gruppe A, die "Diamantgruppe" des Turniers, wurde von einer echten Europameisterin dominiert! Die für Magdeburg spielende Fiona Sieber erschien, lächelte, erwarb sich in ihrer sympathischen Art sofort die Zuneigung aller ... nunja, bis auf jene, die das ausgesprochene Pech hatten, gegen sie antreten zu müssen, dann nämlich verstrahlte die junge Dame eine gewisse Gnadenlosigkeit. Glaubt man gar nicht, wenn man die Magdeburger WFM so sieht, unbewaffnet, also ohne Schachbrett. - Mit einem GANZEN PUNKT Vorsprung überstrahlte Fiona Sieber diese Gruppe und siegte souverän mit 4,5 aus fünf.

Das hört sich so an, als käme dahinter gar nichts mehr, das stimmt aber keineswegs! Mit je 3,5 Pkt. spielten Andrey Cherny (bester Kasseler!), Hartmut Zieher, Max Arnold, Gerald Löw und Evgeni Kirnos ein formidables Turnier. Der Kasseler Philipp Humburg erlitt in der letzten Runde Fiona Sieber (erwähnten wir schon einmal das Wort "gnadenlos"? Aber doch wohl auch "charmant", "nett" und "sympathisch"?), genauer: eine Niederlage gegen die WMF aus Magdeburg und wurde damit Siebter.

Wir danken allen, die an diesen herrlichen Vorsommertagen mit uns in Kassel Schach gespielt haben und freuen uns auf die Teilnehmer des Finales in Niedernhausen! Bis bald!

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